Erprobungsstufe

Die Klassen 5 und 6 bilden in NRW eine pädagogische Einheit, in der die Kinder ohne Versetzung am Ende der Klasse 5 in die Klasse 6 übergehen. Wir legen in diesen zwei Jahren besonderen Wert darauf, alle Schülerinnen und Schüler an die Unterrichtsmethoden und Lernangebote des Konrad-Adenauer-Gymnasiums heranzuführen.

Dabei stehen im ersten Halbjahr der Klasse 5 das gegenseitige Kennenlernen und die Orientierung innerhalb des Schulalltags im Vordergrund.

soziales_Lernen.2016Die Lehrerinnen und Lehrer beobachten die Entwicklung der Schülerinnen und Schüler in den zwei Jahren der Erprobungsstufe und setzen sich vier Mal pro Jahr zusammen, um sich über die einzelnen Fortschritte und Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler auszutauschen und zu beraten. Den Schwerpunkt der Arbeit bildet die individuelle Lernentwicklung unserer Schülerinnen und Schüler, der Aufbau der Lern- und Methodenkompetenz und die Entfaltung der Persönlichkeit.

Unser besonderes Augenmerk liegt auf dem behutsamen Übergang von der Grundschule zum Gymnasium und daher arbeiten wir im Arbeitskreis „Lernbiographie ohne Brüche“ des Regionalen Bildungsbüros Bonn mit den umliegenden Grundschulen eng zusammen.

Besonderheiten am Konrad-Adenauer-Gymnasium

1. Klassenlehrerteam

2. Klassenbildung

3. Kennenlerntage – die erste Schulwoche

4. Paten

5. Methodentraining

6. Lions Quest

7. Klassenfahrt

8. Individuelle Förderung

 

1. Klassenlehrerteam

Die Klassen 5 und 6 werden von jeweils zwei Lehrern bzw. Lehrerinnen im Team geleitet. Dadurch wird zum einen die pädagogische Zusammenarbeit der Lehrer und Lehrerinnen intensiviert, zum anderen stehen den Kindern zwei Ansprechpartner und Ansprechpartnerinnen zur Verfügung.

2. Klassenbildung; Varielhaus – Erprobungsstufengebäude und Schulhof

Bei der Zusammensetzung der neuen Klassen berücksichtigen wir die Zugehörigkeit zu den Grundschulklassen und die Wohngebiete. Wünsche für die Zuordnung zu einer bestimmten Klasse können gerne geäußert werden. Die Klassen bekommen für die Dauer von zwei Jahren einen Klassenraum im Varielhaus, zu dem auch ein eigener kleiner Schulhof gehört. Der Raum kann von den Klassen gestaltet werden und wird auch nicht von anderen Klassen genutzt.

3. Kennenlerntage – die erste Schulwoche

An den ersten drei Tagen steht für die Kinder das Kennenlernen des schulischen Umfelds im Vordergrund. Gemeinsam mit dem Klassenlehrerteam sowie den Patinnen und Paten erkunden und orientieren sie sich in der Schule und deren Umgebung, erfahren Vereinbarungen der Schulgemeinschaft, erhalten eine Einführung in die Lern- und Arbeitsmethoden des Gymnasiums in Anknüpfung an ihre Erfahrungen in der Grundschulzeit. Nach und nach lernen Sie dann weitere Fachkolleginnen und -kollegen kennen.

4. Paten

Je 4 Patinnen und Paten kümmern sich um eine von ihnen ausgewählte 5. Klasse. Sie sind in den ersten Wochen zu einem festen Termin (meist große Pause) für ihre Patenkinder verfügbar, begleiten sie auch z.T. in der Mittagspause und werden ein bis zwei Mal im Schuljahr gemeinsame Unternehmung mit durchführen.

Die „Neuen“ haben dadurch Gelegenheit alle ihre Fragen loszuwerden, kleinere Probleme sofort zu lösen und weniger Schwierigkeiten, sich unter den großen Schülern zu bewegen.

5. Methodentraining

Seit einem Jahr legen wir einen besonderen Schwerpunkt auf das Methodentraining und kümmern uns in einer Schulstunde pro Woche um unterschiedlichste Bereiche des Schulalltags. Beginnend mit der Frage „Was gehört in den Schulranzen?“ gehen wir dann über zu den Themen Hausaufgaben, Vokabellernen, Heftführung, Lesetechniken, Vorbereitung und Durchführung einer Klassenarbeit. Da das selbstständige Arbeiten sehr wichtig ist, werden auch die Themen Protokollführung, Referate vorbereiten und durchführen sowie auch die Internetrecherche geübt.

6. Lions Quest

Lions Quest „Erwachsen werden“ ist ein vom Lions Club International gefördertes Programm, das der Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und Jugendlichen dient und ihnen hilft, Lebensfertigkeiten („Life skills“) wie Selbstvertrauen, Lebensfreude, Beziehungsfähigkeit, Verantwortung und Engagement aufzubauen.

Welche Ziele verfolgt „Erwachsen werden“ und wie wird das Programm im Unterricht umgesetzt?

Das Hauptziel des Programms ist, die psychosoziale Kompetenz junger Menschen zu entwickeln und zu stärken, sie in ihrer Fähigkeit zu fördern, ihr Leben verantwortlich in die Hand zu nehmen, eigene Entscheidungen sicher zu treffen und umzusetzen, Konflikt- und Risikosituationen in ihrem Alltag erfolgreich zu begegnen und für Probleme, die gerade in der Pubertät gehäuft auftreten, positive Lösungen zu finden.

„Erwachsen werden“ knüpft an vielen Lehrerinnen und Lehrern bereits bekannte Erfahrungen und Methoden an und verbindet sie mit Themen, die bei der Altersgruppe der 10 bis 15-jährigen Mädchen und Jungen im Vordergrund stehen.

Jeder Teil des Programms ist einem spezifischen Thema gewidmet:

Teil 1: Ich und meine (neue) Gruppe

Teil 2: Stärkung des Selbstvertrauens

Teil 3: Mit Gefühlen umgehen

Teil 4: Die Beziehungen zu meinen Freunden

Teil 5: Mein Zuhause

Teil 6: Es gibt Versuchungen: Entscheide dich

Teil 7: Ich weiß, was ich will

Die Umsetzung geschieht in eigens dafür bereit gestellten Unterrichtsstunden. Das Material ist auch dazu geeignet, als Ideenkiste für eine situative Anwendung genutzt zu werden. Viele Aktivitäten sind handlungsorientiert angelegt. Sie fördern die Arbeit in Kleingruppen und motivieren die Schülerinnen und Schüler zu selbständiger Arbeit.

Neben der Schule ist an der sozialen Erziehung der Heranwachsenden vorrangig das Elternhaus beteiligt. Daher ist eine aktive Elternarbeit unverzichtbarer Bestandteil von „Erwachsen werden“.

7. Klassenfahrt

Zur Förderung der neuen Klassengemeinschaft und damit die Kinder möglichst schnell ein gutes Vertrauensverhältnis zu ihren Lehrern und Lehrerinnen aufbauen können, unternehmen alle Klassen 5 vor den Herbstferien eine Klassenfahrt. In ihrem neuen Klassenverband begeben sich die Schülerinnen und Schüler mit ihren beiden Klassenlehrern bzw. Klassenlehrerinnen auf eine fünftägige Reise in die nähere Umgebung. Diese Fahrt wird in der Regel durch ein erlebnispädagogisches Programm inhaltlich begleitet.

8. Individuelle Förderung

Wir begreifen es als unsere Aufgabe, jede Schülerin und jeden Schüler als Individuum wahrzunehmen und ihre / seine Fähigkeiten und Fertigkeiten zu fördern und weiterzuentwickeln. Deshalb gibt es am Konrad-Adenauer-Gymnasium ein in sich strukturiertes Programm zur individuellen Förderung.

Bei individuellen Lernschwierigkeiten oder bei Verhaltensauffälligkeiten treten wir sehr rechtzeitig in einen intensiven Dialog mit den Eltern unserer Schülerinnen und Schüler. Neben den Klassenlehrerinnen und -lehrern stehen den Eltern für diesen Dialog die Erprobungsstufenkoordinatorinnen Frau Sonntag und Frau Wehmeyer zur Verfügung.