EM 2012: Fussball & Lyrik!

Fußballtor

Ballgefühl und den richtigen Dreh bei ihrer Wortakrobatik zeigen – rechtzeitig zur Fußball-Europameisterschaft – die Schüler des Deutschleistungskurses von Herrn Juhre im Doppeljahrgang Q1: Bevor sie sich an die Analyse des Gedichtes „Der Ball“ von Rainer Maria Rilke (geschrieben am 31. Juli 1907 in Paris) begaben, hatten sie die Aufgabe, selbst dichterisch tätig zu werden, und das Wesen des runden Leders mit dem Blick des Dichters und Denkers einzufangen. Heraus sprangen dabei folgende Treffer:

 

Der Augen Blicke abprallend, abflächend, abrutschend

Niemals unbewegt, gehetzt in Bewegung

Ist er nicht fähig, sofort zu verweilen

Jedoch auch nicht zu alter Höh’ zu gelangen

Doch was stört es ihn?

Wird er von andren gebraucht für kurze Zeit

Bestimmt von andren bewegt zu werden

Vermisst wenn verloren, wenn auch nur für kurz

Herumgeworfen von Hindernissen des Lebens

Sich einsam fortschleichend

Wieso willst du ihn bedauern?

Ist’s doch nur ein Ball.

Florian Brettner (Q1)

 

Der Ball

Er ist rund, er ist prall

der Ball, der Ball.

Er wird getreten und hat Drall

der Ball, der Ball.

 

Doch spürt er denn den Tritt,

bekommet er ihn denn mit?

Wir können ihn nicht fragen,

uns kann er es nicht sagen.

 

Und wenn ich beim Spielen einen Fehler mache,

ist es dann nicht seine Rache,

wenn er mir vom Fuße springt

und mich um den Siege bringt?

 

Doch darüber nachzudenken,

das kann ich mir wohl schenken.

Denn weder leben tut der Ball,

noch spürt er Tritt und Drall.

Robin Liemersdorf (Q1)