Aufschlag: Deutschgrundkurs von Herrn Trimpler – Daniela Dröscher zu Gast auf dem Blauen Sofa des Adenauer-Gymnasiums

Ein junges Mädchen, das in den Achtzigerjahren West-Deutschlands in einer Familie aufwächst, in der das Gewicht der Mutter eine große Rolle für den Vater spielt, dessen Sehnsüchte sich darin erschöpfen, soziales Prestige zu erlangen. Rund um die Uhr kritisiert er seine Frau wegen ihres Gewichts. „Nicht vorzeigbar“ sei sie. Und was die Sache für ihn noch schlimmer macht: Er kann es nicht ertragen, nicht schnell genug befördert worden zu sein. Den Status erhöhen sollen Investitionen ins Haus und neue Fahrzeuge. Möglicherweise ein durchschnittlicher Mann der 80er Jahre in Westdeutschland, so die Buchautorin Daniela Dröscher auf die Frage eines Schülers, was der Vater für ein Typ Mann sei. Dröscher landete mit ihrem Roman Lügen über meine Mutter in der Shortlist des Deutschen Literaturpreises 2022.
Am Mittwoch, dem 8. Februar 2023, besuchte Frau Dröscher die von unserem Deutsch-Grundkurs in Zusammenarbeit mit dem Literaturhaus Bonn organisierte Veranstaltung der Reihe „KlasseBuch“, die mittlerweile zum vierten Mal am Konrad-Adenauer-Gymnasium stattgefunden hat. An ihr nehmen unserer Schule auch das Clara-Schumann-Gymnasium und die Elisabeth-Selbert-Gesamtschule teil.

Der Deutsch-Grundkurs beschäftige sich zuvor ausgiebig mit Dröschers Roman und stimmte über zwei Textstellen ab, welche die Autorin vorlesen sollte. Es wurden weitere Aufgabenfelder verteilt, um gemeinsam diesen besonderen Abend vorzubereiten. So führten Laurin und Sophie als Duo souverän durch den Abend, nachdem sie mit Hilfe Sabine Schiffners vom Literaturhaus Bonn die Moderation ausgefeilt hatten. Selbstverständlich sollte die Autorin freundlich empfangen werden: Das war Aufgabe von Ravak und Rand, die Daniela Dröscher gegen Ende des Abends dann auch ein Geschenk überreichten: Es waren die Ersteindrücke der Schülerinnen und Schüler aus dem Deutsch-GK, über die sich Daniela Dröscher offensichtlich freute. Dem Publikum wurde Dröschers Leben kurz von Jan zusammengefasst. Durch ein reaktionsschnelles „Entweder-oder“ Spiel von Théo und Selinay wurde die Stimmung gelockert, so erfuhr das Publikum, dass Dröscher lieber lesen statt schreiben würde.

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Unser Polen-Austausch lebt!

Nachdem unser Schüleraustausch mit Polen, bedingt durch Corona, drei Jahre lang pausieren musste, wurde es Zeit für einen Neuanfang. 1986 begann unsere Partnerschaft mit dem Sofia Nalkowskiej Gymnasium in Krakau, als Kolleginnen und Kollegen unserer Schule dorthin fuhren, um dort gemeinsam mit dem polnischen Kollegium den Grundstein für einen Schüleraustausch zu legen, der schließlich ab 1989 bis 2019 ohne Unterbrechung jedes Jahr stattfand. Nach dem Vorbild der Pionierinnen und Pioniere von 1986 fand sich nun eine siebenköpfige Gruppe aus dem Kollegium, die über die Karnevalstage nach Krakau fuhr, um sich nach langer Zeit persönlich wiederzusehen und die Wiederaufnahme des Austauschs miteinander zu besprechen. Die konkreten Planungen für den nächsten Durchgang des Austauschs können nun endlich beginnen! Aber nicht nur in dieser Hinsicht war die Fahrt für uns – Herrn Trimpop, Frau Ankerhold, Frau Stang, Herrn Goertz, Herrn Waasem, Herrn Gerst und Herrn Potschka – ein voller Erfolg und ein tolles Erlebnis. Wir bedanken uns beim Deutsch-Polnischen-Jugendwerk (DPJW), das uns seit vielen Jahren unterstützt und fördert: es trägt maßgeblich zum Gelingen des Schüleraustausches bei.

K. Potschka, Organisation und Herzkammer des Polen-Austausches

Im Bild zu sehen sind auch Frau Kutyba, Deutschlehrerin und Organisatorin des Austausches auf polnischer Seite (2.v.r.) sowie der Schulleiter unseres Partnergymnasiums, Herr Zagorny, (5.v.l)

Birne oder Banane? Die Klasse 6c des Konrad-Adenauer-Gymnasiums trainiert im Informatikunterricht eine „Obstkasse“

Die Künstliche Intelligenz wird ein immer bedeutenderes Thema und soll unser Leben in verschiedensten Bereichen leichter machen – deshalb gehören Projekte, in denen sich Kinder mit Künstlicher Intelligenz auseinandersetzen, auch unbedingt in die Schule! Dieser Meinung ist die InterScience-Akademie für Algorithmik, die das KI-Projekt „Obstkasse“ entwickelt hat, für deren erstmalige Erprobung im schulischen Informatikunterricht sie das Konrad-Adenauer-Gymnasium gewinnen konnte. Die Kinder der 6c haben sich in den letzten Wochen mit der Frage befasst, wie man mit der Methode des sogenannten „überwachten maschinellen Lernens“ erreichen kann, dass eine „intelligente Obstkasse“ Bananen und Birnen voneinander unterscheiden lernt: Wäre es nicht leichter, wenn an der Supermarktkasse nicht immer die Kennziffer für eine Obstsorte eingegeben werden müsste, sondern die Kasse selbst erkennt, was sie da wiegen soll?

Die analoge Phase: In einem ersten Schritt haben die Kinder eine solche Obstkasse „analog“ nachgespielt: Welche Informationen braucht eigentlich eine Kasse, die weder sehen oder riechen kann? Wie kann man diese so darstellen, dass sich eine Regel aufstellen lässt, die die beiden Obstsorten erfolgreich voneinander „trennt“? Und wie gut funktionieren solche Regeln? In verschiedenen Arbeitsgruppen hat die 6c verschiedene „Trainingsobststücke“ in ein Koordinatensystem eingetragen und überlegt, wo eher „Bananenbereiche“ und wo „Birnenbereiche“ liegen, um diese dann mit einer Linie als „Entscheidungsregel“ zu trennen. Die Schülerinnen und Schüler wurden sich einig, dass solche Entscheidungslinien wohl am ehesten Geraden sein sollten – dennoch kamen die „Obstkassen“ der einzelnen Gruppen zu unterschiedlichen Ergebnissen und erkannten das „Testobst“ nicht alle gleich gut. Es musste also mehr Trainingsobst her – wer bzw. was kann schon erfolgreich lernen, wenn man nur wenig trainiert? Es war also Zeit für die digitale Phase…

Die digitale Phase: Die Interscience-Akademie stellte uns ein Computerprogramm zur Verfügung, mit dem die Kinder nun den Prozess des maschinellen Lernens, den sie vorher mit Stift und Papier ausgeführt hatten, Schritt für Schritt am Computer „nachspielen“ konnten: Mit Befehlen wie „Erzeuge_Obst()“, „Zeichne_Trainingsdaten()“ oder „Welches_Obst_ist()“ konnte die 6c nun die digitale Obstkasse in ihrem Lernprozess beobachten, sie natürlich auch herausfordern und dabei erkennen, dass auch Künstliche Intelligenzen nicht fehlerfrei arbeiten. Den Kindern der 6c hat dieses Informatik-Pilotprojekt sichtbar gut gefallen und dem einen oder anderen mehr Lust auf das Thema KI gemacht. Und wenn es schon so kompliziert ist, nur Bananen und Birnen zu unterscheiden, wie viel Training braucht da wohl eine KI, wenn sie komplexere Dinge unterscheiden lernen soll?

Die 6c jedenfalls weiß jetzt genau, dass sie gerade eine KI trainiert, wenn sie im Netz mal wieder Ampeln oder Zebrastreifen in gerasterten Bildern anklicken soll…

R. Sonntag und L. Rommerskirchen (Praktikantin)