Aus der Q1 im Schuljahr 25/26: Kreative Facharbeiten zu Konrad Adenauer

Anlässlich des 150. Geburtstages von Konrad Adenauer haben sich mehrere Schüler*innen der Q1 im Rahmen ihrer Facharbeiten im Fach Geschichte auf unterschiedliche Weise mit dem Leben und Wirken des Namensgebers unserer Schule auseinandergesetzt.
Ein innovatives Ergebnis stammt von unserem Schüler Sergei Kiriljuk: Statt eine klassische schriftliche Facharbeit zu verfassen, hat er eine eigenständig entwickelte und sehr ansprechend gestaltete Homepage erstellt. Auf dieser werden die wichtigsten Stationen aus Konrad Adenauers Biografie übersichtlich, informativ und gestalterisch überzeugend präsentiert. Sergei verbindet damit fundierte historische Auseinandersetzung mit einem modernen digitalen Zugang und zeigt eindrucksvoll, wie kreativ und zeitgemäß Facharbeiten gestaltet werden können. Seine Homepage ist ab sofort auch über die Website des Konrad-Adenauer-Gymnasiums Bonn erreichbar.
Auch zwei weitere Facharbeiten verdienen besondere Aufmerksamkeit: Charlotte Kühlwetter und Ming Lu haben sich ebenfalls mit Konrad Adenauer beschäftigt, dabei jedoch einen künstlerischen Zugang gewählt. Charlotte hat sich in ihrem Werk besonders auf die deutsch-französische Beziehung konzentriert, was in der Darstellung Adenauers und Charles de Gaulles deutlich sichtbar wird. Ming wiederum richtet den Blick vor allem auf die fragile Situation der Demokratie im Zusammenhang mit Adenauer. Entstanden sind großformatige Werke, die nun vor dem Sekretariat aufgehängt wurden und dort von Schüler*innen, Eltern und Besucher*innen betrachtet werden können.
Die Arbeiten von Sergei, Charlotte und Ming zeigen auf eindrucksvolle Weise, wie vielfältig, kreativ und anspruchsvoll die Auseinandersetzung mit historischen Themen sein kann.

M. Roth
Das Foto (Marisa04 bei Pixabay) zeigt die 1981 geschaffene bronzene Kopfplastik des Künstlers Hubertus von Pilgrim zum Andenken an Konrad Adenauer auf dem Bundeskanzlerplatz in Bonn. Ihre Rückseite bietet ein Geheimnis für interessierte Passanten.

Unser Spanienaustausch 2026

¡Hasta luego, Barcelona! Eine unvergessliche Zeit in Spanien

Auch in diesem Schuljahr konnte der Spanienaustausch mit unserer Partnerschule Institut Doménec Perramon in Arenys de Munt (Provinz Barcelona) stattfinden, da es auf beiden Seiten genügend interessierte Schüler:innen gab.

Und so startete der Austausch wie jedes Jahr mit der spannenden Frage, mit wem man wohl diese zwei aufregenden Wochen verbringen würde. Nachdem alle Steckbriefe geschrieben und die Austauschpartner:innen endlich gefunden waren, machten die Spanier es kurz vor Beginn des Austausches dann noch einmal spannend, indem sie alles durcheinanderwürfelten und sich für den/die ein oder andere/n eine völlig neue Situation ergab.

Umso aufregender war dann auch der Empfang unserer spanischen Gäste, die als erste den Sprung in das kalte Wasser wagten. Doch schnell hatte man sich am Düsseldorfer Flughafen gefunden und nach einer herzlichen Begrüßung und den ersten Sätzen in spanischer Sprache konnte nun endlich eine interessante und intensive Woche voller Aktivitäten starten (8.3. – 13.3.2026).

Am Montag erkundeten die spanischen Schüler:innen zunächst die Bonner Innenstadt, indem sie zusammen mit ihren jeweiligen Austauschpartner:innen eine Stadtralley durchführten. Abends lernte man sich dann beim Bowling in Bad Honnef immer besser kennen und so entstand sehr schnell eine dynamische und homogene deutsch-spanische Gruppe, die man von nun an fast ausschließlich zusammen erlebte.

Auf insgesamt zwei Ausflügen nach Köln war man neben einer Besichtigung des Kölner Doms vor allem sportlich unterwegs, ob im interaktiven Olympiamuseum oder beim Schlittschuhlaufen im Lentpark.

Am Mittwoch, dem einzigen Regentag der Woche, wurde das Programm kurzfristig abgeändert und anstatt durch das Nachtigallental auf den Drachenfels zu wandern, wurden kurzerhand Tickets für die historische Drachenfelsbahn gekauft, sehr zur Erleichterung der Schüler:innen und Kolleg:innen.

Nach dem Abschiedsessen am Donnerstag Abend in einer Pizzeria hieß es dann am Freitag auch schon wieder Koffer packen, aber nicht, ohne vorher noch einen Großeinkauf im Haribo Outlet zu tätigen und das Gepäck bis zur oberen Gewichtsgrenze aufzufüllen.

Dann hieß es Abschied nehmen und mit dem Zug ging es für die Spanier in Begleitung von Frau Velmer vom Bahnhof Bad Godesberg zum Düsseldorfer Flughafen. Vielleicht lag es an dem Reisedatum an einem Freitag (13.3.) oder nur an der Bahnlinie (R5), jedenfalls wurde die Rückfahrt durch einen mehr als einstündigen Zwangsaufenthalt am Bonner HBF, wo nichts mehr ging, zu einem weiteren Abenteuer, das aber letztendlich glücklich am Flughafen Düsseldorf endete, wo die Spanier pünktlich zum Check-Inn eintrafen.

Vom 17.5. – 22.5.2026 fand schließlich unser Gegenbesuch in Spanien statt. Nach der Ankunft wurde unsere Gruppe herzlich von den Austauschpartner:innen empfangen. Die Woche startete ebenfalls sportlich in einer Kletterhalle, wo die jeweiligen Kletterkünste auf unterschiedlichen Niveaus ausprobiert werden konnten. Hier musste man sich untereinander absprechen, gegenseitig absichern und aufeinander verlassen können. Ebenso wie beim Kayakfahren oder Stand-up-Paddling am Strand von Arenys de Mar am Mittwoch.

Am Dienstag stand Barcelona auf dem Programm. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ging es zunächst zur Sagrada Familia, die wir leider nur von außen zu sehen bekamen. Dennoch war es beeindruckend, diesem Monument so nah zu sein. Von dort ging es dann zu Fuß weiter zum Arco de Triunfo und schließlich in den Parc de la Ciutadella, wo wir eine Picknick – Pause einlegten.

Vom Park aus marschierten wir anschließend weiter in die Altstadt durch das barrio gótico und dann parallel zu den Ramblas bis zum Plaza de Cataluña. Hier bekamen die Schüler:innen Gelegenheit, sich in kleinen Gruppen alleine durch die katalanische Metropole zu bewegen und die Stadt auf eigene Faust weiter zu erkunden.

Auf Spurensuche des Jugendstils konnten sich die Schüler:innen am nächsten Tag auch in Canet de Mar begeben, wo sie ebenfalls mit Hilfe einer ausgearbeiteten Ralley zu ausgesuchten Orten geführt wurden.

Neben den vielen Ausflügen und Unternehmungen war für unsere Schüler:innen aber auch der Besuch des Unterrichts in unserer Partnerschule sehr interessant. Dort bekamen sie einen Einblick in den spanischen Schulalltag, der sich um einiges von ihrem Alltag am KAG unterscheidet: die große Lautstärke und das Gewusel in den Pausen, die Musik, die morgens in den Eingangsbereichen eingespielt wurde und die sehr herzliche Art, mit der sie empfangen wurden, hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Die gemeinsame Zeit am Strand, die vielen Gespräche und die neuen Freundschaften machten den Austausch zu einem unvergesslichen Erlebnis für alle. Und sorgte man sich zu Beginn noch, wer mit wem wo unterkommt, so war diese Frage am Ende vollkommen unerheblich, denn das Motto dieser zwei Wochen lautete von Anfang an: ¡Todos juntos! (Alle zusammen)

Sabine Velmer, Lorisa Roko (9c)

Vom perfekten Körper zur zerbrechlichen Angst

Ist der David Michelangelos nur eine ’schöne Lüge‘ im Vergleich zur Maman? Bei erstmaliger Sichtung von Michelangelos Werk dachte ich, so muss Kunst sein: Perfekt. Stark. Irgendwie übermenschlich. Alles wirkt harmonisch, der Körper ist ideal geformt und strahlt Selbstbewusstsein aus. Ganz anders kann es den Betrachtern der riesigen Spinne Maman von Louise Bourgeois ergehen. Sie ist nicht schön im klassischen Sinn, sondern eher unheimlich, zerbrechlich und zugleich bedrohlich. Genau dieser Gegensatz zeigt, wie sehr sich Kunst über die Jahrhunderte hinweg verändert hat. In der Renaissance, also zur Zeit Michelangelos, stand der Mensch im Mittelpunkt. Künstler wollten zeigen, wie perfekt der menschliche Körper sein kann. David ist dafür ein typisches Beispiel: Die Figur wirkt ruhig, kontrolliert und stark. Alles an ihm ist idealisiert: Muskeln, Haltung, Ausdruck. Es geht nicht um die Realität, sondern um ein Vorbild, fast wie in einem Traum davon, wie der Mensch sein sollte.

Bei Louise Bourgeois ist das anders. Ihre Skulptur Maman zeigt eine riesige Spinne aus Marmor, Bronze und Stahl. Spinnen verbinden viele von uns mit Angst und Ekel. Bourgeois wollte damit auch ihre eigene Mutter darstellen: beschützend, aber fragil. Die langen dünnen Beine instabil, als könnte sie jederzeit zusammenbrechen. Im Gegensatz zu David geht es hier nicht um Perfektion, sondern um Gefühl, Erinnerungen und Unsicherheiten.

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Grenzen überwinden, Rollen hinterfragen – Shakespeare unmasked 

Am 2. Juli präsentierte der Literaturkurs unter der Leitung von Frau Rixius das außergewöhnliche Theaterstück „Shakespeare unmasked – no roles assigned“ und nahm das Publikum mit auf eine besondere Auseinandersetzung mit der Welt William Shakespeares. Dabei wurden klassische Stoffe mit aktuellen gesellschaftlichen Fragestellungen verbunden und eindrucksvoll neu interpretiert.  

Ausgewählte Szenen und Charaktere aus „Romeo und Julia“, „Was ihr wollt“, „Ein Sommernachtstraum“ sowie „Macbeth“ wurden aufgegriffen und in die heutige Zeit übertragen. Im Mittelpunkt der modernen Inszenierung standen insbesondere Fragen rund um Geschlechterrollen sowie der wichtige Grundsatz „Nein heißt Nein“, der  eindringlich auf der Bühne umgesetzt wurde. 
 
Unter dem Motto „no roles assigned“ plädierte das Stück für Diversität, Offenheit und die Freiheit jedes Menschen, unabhängig von traditionellen Rollenbildern die eigene Identität zu leben. So wurden Charaktere gezielt auch von Schauspielerinnen und Schauspielern eines anderen Geschlechts verkörpert. Diese Besetzung war kein Zufall, sondern unterstrich die zentrale Aussage des Stücks: Geschlechterrollen sind keine starren Vorgaben. 
 
Besondere Akzente setzten die kreativen Tanzeinlagen und choreografische Elemente des Bewegungstheaters, die den Emotionen und Charaktereigenschaften der Figuren zusätzlichen Ausdruck verliehen. Gleichzeitig wurde auch das Verständnis von Bühne neu gedacht: Der Theaterraum wurde als multidimensionaler und barrierefreier Ort definiert, an dem neue Perspektiven auf das Bühnengeschehen eröffnet wurden. 
 
Die Darstellerinnen und Darsteller überzeugten dabei mit schauspielerischen Höchstleistungen. Mit großer Ausdruckskraft, viel Engagement und spürbarer Leidenschaft brachten sie die anspruchsvollen Szenen auf die Bühne und begeisterten das Publikum. 
 
„Shakespeare unmasked – no roles assigned“ zeigte eindrucksvoll, wie klassische Literatur modern interpretiert werden kann. Der Literaturkurs bewies mit dieser Aufführung Kreativität, Mut und ein hohes künstlerisches Niveau. Das Stück regte zum Nachdenken über gesellschaftliche Normen an und machte deutlich, wie wichtig Respekt, Diversität und die Offenheit gegenüber unterschiedlichen Lebensentwürfen für ein gelingendes Miteinander sind. 

M. Behr