
Für die ihre kreative, ideenreiche wie außergewöhnliche Art und Weise der Auseinandersetzung mit dem Thema des Gefangenseins in politisch-gesellschaftlicher Hinsicht sind gestern Schülerinnen des Kunst-LKs des Konrad-Adenauer-Gymnasiums mit ihren Arbeiten prämiert worden. Im Rahmen der Vernissage und Preisverleihung zum 27. Jugendkunstpreis des Bezirksverbandes Bonn/Rhein-Sieg des Bundesverbandes bildender Künstlerinnen und Künstler (BBK) würdigte die Kulturdezernentin der Stadt Troisdorf, Tanja Gaspers, die Bedeutung junger Kunst in der Region und deren Förderung.
Dreimal ging der 1. Preis, dotiert mit 350 Euro und einem Farbkasten von Gerstaecker, an Julia Mann, Paulina Kowalski und Merle Fuß des LK-Kunst bei Frau Schetter. Der 3. Preis, dotiert mit 150 Euro und einem Farbkasten von Gerstaecker, ging an Tasnim Ala Eldeen des LK-Kunst in der Q2. Ausgezeichnet wurde von der Jury auch die Gruppenleistung des Kunstkurses zum Thema Gefangensein.
Bei der interaktiven Installation The „GAME“ von Merle Fuß über zwischenmenschliche Beziehungen im digitalen Raum scheitert jeder Dialog und jedem Einzelnen bleibt nur die eigene Reflektion. Es geht um die Veränderung, die unsere Beziehungen durch die Digitalisierung erfahren: Das Scheitern ist vorprogrammiert.
Julia Manns Performance Spielstopp thematisiert den Einfluss von Schönheitsidealen auf eine weiblich gelesene Person. Sie verweist darauf, dass Personen, die sexualisierte Gewalt erlebt haben, häufig durch die eigene Scham von Angst so verzerrt werden, dass sie als Opfer dort sitzen, wo eigentlich der Täter sitzen sollte in einem Gefängnis.
Paulina Kowalskis Installation Gefangenschaft in zwischenmenschlichen Beziehungen stellt das Gefangensein zweier Menschen in ihrer Beziehung zueinander dar. Dabei bleibt offen, ob es sich um eine Partnerschaft, eine Eltern-Kind-Beziehung oder eine Freundschaft handelt.
Tasnim Ala Eldeens Gefangene Natur symbolisiert als Installation das Gefühl des Gefangenseins und der Unterdrückung durch gesellschaftliche Erwartungen, verkörpert in einem straff geschnürten Korsett. Die Schnüre, die den Körper einschnüren und der Rock aus Ästen, gehalten von Draht, erzeugen ein kraftvolles Bild innerer Zerrissenheit und äußerer Fesseln. Sie stellt die Spannung zwischen Freiheit und Zwang dar, die Menschen in den Erwartungen der Gesellschaft gefangen hält.
Das Preisgeld wurde ausgerichtet von dem BBK-Kunst, Alanus Werkhaus und der Firma Gerstaecker. Wir gratulieren den Künstlerinnen und ihrer Kunstlehrerin Frau Schetter, aber auch insgesamt unserer überaus aktiven Fachschaft Kunst am Konrad-Adenauer-Gymnasium, die immer wieder und immer wieder anders die Entstehung derartiger Werke mit ihren Kursen ermöglichen, begleiten, fördern!




Es könnte alles wie immer sein: Du wachst morgens auf aus der unbewussten Welt deiner Träume. Du brauchst eine Weile, während du wieder allmählich in die gewohnte Realität zurückfindest, bis du schließlich wieder im Sattel deiner Persönlichkeit sitzt (wie ein berühmter Schriftsteller es mal ausdrückte). Doch in diesen Wochen wachst du auf und die Welt, wie du sie kanntest, ist unerreichbar für dich. Alles scheint zunächst wie immer, doch: Tatsächlich ist kaum etwas, wie es vorher war: Du bist umgeben von Freunden und Bekannten, doch alle tragen Maske und halten Abstand. Es ist Schule – wie immer – erhofftes Wiedersehen wie nach ‚Sommerferien satt‘ und doch ist alles merkwürdig gedämpft. Corona taucht alles Gewohnte in ein neues Licht. Und dieses hebt Wesen und Wert ehemaliger Selbstverständlichkeiten mit scharfen Konturen hervor: Der Wert der Gesundheit, das unbeschwerte Beisammensein, die Möglichkeit zu lernen und zu arbeiten, die Freiheit zu reisen und zu feiern, das Teilhaben an der Kunst, der Musik und dem Sport, gemeinsames Erleben von Naturräumen.


Am 16. März stieg die Spannung, als die Jugendkunstpreise 2019 im Bonner Künstlerforum an Schülerinnen und Schüler aus Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis von dem bekannten Kabarettisten Konrad Beikircher vergeben wurden. Rund 20 Schulen und 50 Einzelbewerbungen wurden in die renommierte Ausstellung aufgenommen. Allein 6 von 16 Preisen verlieh die Jury an Schülerinnen des Kunst-Leistungskurses in der Q2 sowie einen Schüler aus dem Kunst-Grundkurs in der Q1. Den ersten Preis erhielt Laura Lamberz. In ihrer Installation Eine merkwürdige Badezimmersituation zeigt sie mit Witz und Ironie, was geschehen kann, wenn der kleine Liebling, das nette Haustier zu einem anspruchsvollen, alles beherrschenden Giganten mutiert. Mit ihrem Werk wonderful wedding konnte Sulav Suleiman die Jury überzeugen. Ironisch beleuchtet sie den „schönsten Tag“ des Lebens und erhielt den 2. Preis.

Indem sie rote Fäden von einem Brautkleid ausgehend ausbreitet, verweist sie auf die bedrohlichen Verschlingungen und Verstrickungen einer Ehe. Marielena Göbel gewann den sechsten Preis mit Divorce, einer großformatigen Raum- installation, in Anlehnung an Luise Bourgeois, in der die Trennung einer Ehe aus Sicht einer Jugend- lichen thematisiert wird. Auch das kleinste Werk wurde von der Jury ausgezeichnet: Meike Römischs 00Bobbycar zeigt mit viel Humor in einer übermalten Collage den Actionstar James Bond neben Ersatzmutter M. Statt seines Austin Martins rollt er ein Bobbycar an